Warenkorb

VirtueMart
Ihr Warenkorb ist derzeit leer.










Start Gesamtverzeichnis sammlung kritisches wissen sammlung kritisches wissen - Band 80
Info: Ihr Browser akzeptiert keine sog. Cookies. Um Produkte in den Warenkorb legen zu können und zu bestellen muss ein Cookie von dieser Seite angenommen werden.
Ausdrucken
sammlung kritisches wissen - Band 79sammlung kritisches wissen - Band 81

sammlung kritisches wissen - Band 80

Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Herbert Schmidt, Claudia Wörmann-Adam (Hg.)

Reich der Notwendigkeit – Reich der Freiheit
Arbeitswelten in Kunst und Literatur

Mit Beiträgen von Lothar Schröder, Jost Hermand, Sabine Kebir, Grazyna Barbara Szewczyk, Heidi Beutin, Gerd Puls, Heiner Wittmann, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Johann Dvorák, Welf Schröter, Wolfgang Beutin, Thomas Voß, Claudia Wörmann-Adam, Olaf Walther

2018, 272 Seiten, Ladenpreis 29,00 €
ISBN 978-3-89376-174-6

In Kunst und Literatur, im Theater und in der Musik wurde die Welt der Arbeit in vielfältiger Weise thematisiert. Wie die Arbeit selbst sich im Laufe der Geschichte veränderte, fand auch die Verarbeitung in den verschiedenen Sparten der Kunst und Literatur spezifische Ausdrucksformen. Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes spüren der Vergangenheit und der Zukunft der Arbeit nach. Sie suchen deren Spuren in künstlerischen Werken wie etwa Franz Kafka, Émile Zola, George Sand und Robert Musil oder Elfriede Brüning, Élisabeth Badinter, Werner Bräunig oder Eberhard Panitz. Sie blicken zugleich nach vorne in digitale Welten.

sammlung kritisches wissen - Band 80
( Talheimer Verlag )

€ 29.00 (inkl. 7 % MwSt.)


Inhaltsverzeichnis

 

Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Herbert Schmidt, Claudia Wörmann-Adam
Reich der Notwendigkeit – Reich der Freiheit. Vorwort

Lothar Schröder
Die „Digitale Treppe“. Wie die Digitalisierung unsere Arbeit verändert und wie wir damit umgehen

Jost Hermand
Sinnvolles Tun oder notwendiges Übel. Arbeitsdarstellungen in der deutschen bildenden Kunst

Sabine Kebir
Selbstermächtigung gegen das Patriarchat. Elfriede Brünings Jahrhundertwerk

Claudia Wörmann-Adam
Der Konflikt. Élisabeth Badinters Thesen – Reflexionen zum Unterschied des Bildes der Frau und Mutter in Frankreich und Deutschland

Grazyna Barbara Szewczyk
Der Mensch und die Arbeit in der neuesten polnischen Prosa

Heinrich Bleicher-Nagelsmann
„Greif zur Feder, Kumpel, die sozialistische Nationalkultur braucht dich!“

Gerd Puls
Arbeiter als Lesepublikum und Produzenten. Der Werkkreis „Literatur der Arbeitswelt“ – Erinnerung an die Werkstätten Dortmund und Bergkamen

Heidi Beutin
„Eine Frau nimmt immer noch eine Ausnahmestellung ein, wenn sie vor allem ihrem Intellekt gehorcht …“

Heiner Wittmann
Schreiben für eine bessere Welt. Der literarische Utopismus der George Sand

Wolfgang Beutin
„Eine schwarze Rächerarmee, die langsam in den Furchen keimte“. Émile Zolas Roman „Germinal“

Johann Dvorák
Über die Arbeit im staatlichen Amte im Roman „Mann ohne Eigenschaften“ von Robert Musil

Olaf Walther
Franz Kafka (1883–1924) und die Entfremdung in der Arbeitswelt

Thomas Voß
Kollektive Interessenvertretung, Mitbestimmung und Tarifverträge in der digitalen Arbeitswelt verankern. Gewerkschaftliche Aktivitäten und Auseinandersetzungen bei Amazon

Welf Schröter
Identität in der Virtualität. Arbeit als Identitätsarbeit

 

Autorinnen und Autoren

 

 

Zur Erfahrung der Arbeitenden gehörten die Abhängigkeit vom Markt und die Abhängigkeit von Anordnungen und Herrschaft. Immer stand dem Reich der Notwendigkeit auch die Sehnsucht nach dem Reich der Freiheit gegenüber, das nur auf der Basis der materiellen Produktion aufblühen könne, d.h. es galt den Traum zu verwirklichen, so würdig und wirksam wie möglich zu arbeiten und jenseits der materiellen Produktion viel Zeit für autonome, selbstbestimmte Erfüllung individueller Bedürfnisse zu finden.

 


„Im Wandel der Jahrhunderte galt daher das Konzept ‚Arbeit‘ entweder als sinnvolles Tun im Sinne von politischem Engagement, sozialer Hilfeleistung, künstlerisch-kreativem Schaffen und gewissen Formen privater Selbstverwirklichung, als notwendiges Übel, als Strafe Gottes, ermüdender Job, wenn nicht gar als totale Entfremdung vom eigentlichen Menschsein oder als finanzielle Existenzgrundlage, die einfach als vorgegeben hingenommen wurde. […] diese Vielfalt an ideologischen Ausdeutungen des Arbeitsbegriffs und der dahinter stehenden politischen, sozioökonomischen und religiösen Wandlungen in der deutschen Gesellschaftsgeschichte [lässt sich] besonders einleuchtend anhand von Beispielen aus der bildenden Kunst belegen, deren plakative Bildlichkeit meist keinen Zweifel an den ihnen zugrunde liegenden Gesinnungen erlauben.“ (Jost Hermand)

 


„George Sand (1808–1876) hat vor 1848 in ihren Romanen und in ihrer Korrespondenz vehement einen utopischen Sozialismus vertreten. Ihr umfangreiches Werk, aus dem im Folgenden eine Auswahl genannt wird, eignet sich besonders gut dafür, um den Einfluss der Literatur auf ihre Zeit zu untersuchen. Einzelne Ereignisse und Bekanntschaften in ihrem Leben wecken ihren Wunsch nach Gleichheit, Fortschritt, und sozialen Reformen, Forderungen, die sie in ihrer Korrespondenz erläutert und die von den Personen in ihren Werken diskutiert werden. Dabei geht es ihr u.a. um die Stellung und die Rechte der Frauen, die sie keinesfalls nur als Utopie vorstellt, sondern die sie mit ihrem schriftstellerischen, sozialen und politischen Engagement offensiv einfordert.“ (Heiner Wittmann)

 


„Die dominierende Tendenz in der neuen Prosa könnte man als Versuch der jungen Schriftsteller definieren, ein allgemeines Bild des gesellschaftlichen Bewusstseins der neunziger Jahre zu skizzieren; vor allem aber die Situation der jungen Polen auf dem Arbeitsmarkt, ihre Unangepasstheit an die neuen Arbeitsbedingungen, ihre Erfolge und Niederlagen im Berufsleben aufzuzeigen und sie zu dokumentieren. Man kann diese Texte, in denen keine rhetorischen Floskeln oder pompös klingenden Phrasen aufzufinden sind, als kritische Berichte über die polnische Gegenwart lesen. Sie sind, so die polnischen Rezensenten, Stimmen derjenigen Generation, die ihr Erwachsenenleben nach der politischen Transformation begann und mit den Problemen der Arbeitslosigkeit, der Korruption und der Unterwürfigkeit konfrontiert wurde.“ (Grazyna Barbara Szewczyk)