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reihe politische erfahrung - Band 03

Anne Frommann, Welf Schröter (Hg.)

Karola Bloch – Die Sehnsucht des Menschen, ein wirklicher Mensch zu werden
Reden und Schriften in zwei Bänden

Mit einem Nachwort von Jürgen Teller (1926–1999) und einem Beitrag von Hans Mayer (1907–2001) über Ernst Bloch

1989/90, 340 Seiten, kt., 2 Bde. im Schuber, mit zahlr. Abb., 36,00 €
ISBN 978-3-89376-003-9 [ISBN 3-89376-003-2]

Karola Blochs Engagement und Lebenshaltung zeigt sich in ihren zahlreichen publizistischen Äußerungen, in ihren Reden und Kommentaren, Stellungnahmen und Interviews. Zum ersten Mal werden ihre schriftlichen Arbeiten einem breiteren Publikum übersichtlich vertraut. Der Doppelband kann in gewissem Sinne auch als Fortsetzung ihrer Lebenserinnerungen dienen, die mit der Übersiedlung der Blochs von Leipzig nach Tübingen im Jahre 1961 enden. Die Herausgebenden haben vorsichtig den Versuch gewagt, eine mosaikhafte und politisch-biographische Annäherung zu leisten an die Person Karola Bloch, in deren Leben „etwas los war, der Topf kochte“. Auf den vielen Stationen ihres Lebens begleitete Karola Bloch immer wieder ein Motiv: „Es bildet sich eine Sucht oder eine Sehnsucht nach etwas, was es noch nicht gibt, was es aber vielleicht geben kann.“

reihe politische erfahrung - Band 03
( Talheimer Verlag )

€ 36.00 (inkl. 7 % MwSt.)


Inhaltsverzeichnis Band 1

 


Welf Schröter
Einleitung

 

Texte von Karola Bloch

 

1971–1977

Briefe an Georg Lukács

Eine konkrete Utopie

Aktive Hilfe

 

1977–1981

Ein großer Trost

Kunst im Knast

Denken heißt Überschreiten

Teufelskreis

Entwurf der Zukunft

Ein Leserbrief

Reise nach Nicaragua

Cardenal und Bloch

Brüder und Schwestern

Die Würde der Frau

Gegen die Lüge

Ostermarsch

 

1981–1985

Kampf um Polen

Hilfe zur Selbsthilfe

Man muß sich schämen

Reise nach Polen

Araber und Juden

Für Alfred Kantorowicz

Licht in der Finsternis

Über die neuen „Spuren“

Frauen für den Frieden

Erinnerung

Solidarität mit Solidarność

Projekt „Handschlag“

Kein Sing-Sang

Verteidigung des KOR

Aufklärung und Hoffnung

Ich verliere nicht die Hoffnung

Eine praktische Wirkung

Wargame

Spuren der Veränderung

 

1985–1989

Heimat

Kampf um Asyl

Nötigung?

Für Strafentlassene

Nie wieder Krieg

An die Isvestija

Gedenktag 8. Mai

Empörung über Israels Politik

Lilo Herrmann

Mein Weg zu Karl Marx

Kultur des Friedens

Rudi Dutschke

Ein unersetzlicher Verlust

 

Namensregister

 

Inhaltsverzeichnis Band 2

 

Anne Frommann
Einleitung

 

Texte von Karola Bloch

Feministin am Rande

Die Revolution prägte mein Leben

Diese Zeit des Aufruhrs

Aus meinem Leben

In den USA

Leipzig ‘56

La Pasionaria

Über Hanns Eisler

Politik und Moral

Kanto und Ernst

Peking im Juni

Denkende Maschinen

Prager Frühling

Adorno und Bloch

Emigration und Antifaschismus

Freundschaft mit Rudi

Panzerkreuzer Potemkin

Werkstattgespräche

Alles ist im Fluß

Zeugnis

Die schwierigen Deutschen

Volksfront in Paris

Ich sage prompt nein

 

Für Karola

Jürgen Teller
Die Zeit in der DDR

Hans Mayer
Ernst Bloch in der Geschichte

 

Namensregister

 

„Die Genossin, die Intellektuelle, die tatkräftige Frau, die künstlerisch Begeisterte und die liebende Freundin – alle diese Seiten und Seinsweisen von Karola Bloch sind auch im Alter vorhanden, besonders eben in ihren Redebeiträgen. Dabei haben diese noch den großen Vorteil, nicht ‚fertig‘ zu sein, sondern wie aus einem Skizzenbuch herausgetrennte Blätter zu zeigen, wie eine Frau sich im Augenblick einmischt und interessiert, sehnsüchtig, realistisch und offen für Neues. Bei all dem gibt der Humor ihren Themen eine besondere Farbe, verleiht den Bruchstücken Charme, laßt Erinnerungen zu ‚Spuren‘ werden. Vielleicht kann an dieser Stelle eine ‚Skizze‘ der sprechenden Karola Bloch versuchen, ihre eigene Vorgehensweise auf sie selbst anzuwenden. Karola Bloch denkt und fühlt geschichtlich, sie sieht andere und sich selbst „geformt, nicht nur durch die Familie und die Schule, sondern auch durch die äußeren Ereignisse‘. Die private und die öffentliche Welt gehören immer zusammen und verlangen aktive Antworten. Und zu diesen steht sie, das verlangt sie von sich, auch heute, noch. ‚Ich würde immer positiv reagieren, wenn ich eine Sache für richtig halte‘, sagt sie – allen Mißerfolgen zum Trotz. In ihrer mißtrauischen Ablehnung gegenüber der selbstgenügsamen Ruhe und Harmonie des privaten Lebens sieht sie die Wurzel ihrer sozialen und sozialistischen Lebensarbeit. ‚Ich habe die Armut um mich her sehr scharf gesehen und das hat mich aufgebracht.‘ Ein andermal spricht sie von ‚schneidenden Gegensätzen‘, immer wieder von dem Ungenügen an der ‚vorgeschriebenen Marschroute des Lebens‘, einmal sogar von den ‚Momenten, in denen man nicht an das persönliche Schicksal denkt‘.“ (Anne Frommann)

 

„‚Die Sehnsucht des Menschen, ein wirklicher Mensch zu werden.‘ In diesem Satz von Karola Bloch spiegelt sich nicht nur ein persönliches Lebensprinzip, das aus tiefgreifenden Erfahrungen gereift ist. Er drückt zugleich den von ihr stetig geförderten und geforderten ‚Traum von einer Sache‘ aus, die Möglichkeit verspricht, daß sich der Mensch durch Aufklärung aus seiner ‚selbstverschuldeten Unmündigkeit‘ zu befreien vermag. Sehnsucht erwächst hier aus notwendig enttäuschter Hoffnung. Sehnsucht wird zur ständigen Unruhe, die zum Eingreifen und Tätigwerden drängt. Einer Philosophie folgend, die auf der ‚Invariante der Richtung‘ fußt, die ihre unverwechselbaren Wurzeln in dem einschneidenden Erlebnis der Russischen Revolution zu finden vermag. In einer politisch gewendeten Sehnsucht, die das Hoffen der einzelnen im Tagtraum des Ganzen beheimatet wußte, ging die Architektin, Parteigängerin der KPD, politische Rednerin und analytische Publizistin stets zu jenen, die sie brauchten, denen sie Ermutigung sein konnte. Ihrem parteilichen Engagement für die ‚Sache der Unterdrückten‘ ist sie bis heute treu geblieben. Dabei reichen ihre Spuren weit über die Grenzen ihres polnischen und des deutschen Sprachraumes hinaus.“ (Aus der Einleitung von Welf Schröter)

 

„Unmündigkeit ist trotz größter zivilisatorischer und kultureller Entfaltung nach wie vor geblieben. Unsere Aufgabe ist es, unaufhaltsam aufzuklären, das Bewußtsein des Menschen wachzurütteln. Andere Waffen haben wir nicht.“ (Karola Bloch)