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Bloch-Almanach 17/1998Bloch-Almanach 19/2000

Bloch-Almanach 18/1999

Karlheinz Weigand (Hg.)

Bloch-Almanach 18/1999
Periodikum des Ernst-Bloch-Archivs der Stadt Ludwigshafen am Rhein

Mit Beiträgen von Klaus Kufeld, Ernst Bloch, Rainer E. Zimmermann, Werner Letschka, Colin M. Harper, Jan Robert Bloch, Karl Ludwig Kemen, Welf Schröter, Karlheinz Weigand

1999, 176 S., br., 29,00 €
ISBN 978-3-89376-089-3 [ISBN 3-89376-089-X]

 

Bloch-Almanach 18/1999
( Talheimer Verlag )

€ 29.00 (inkl. 7 % MwSt.)


Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Von Klaus Kufeld und Karlheinz Weigand

Wirklichkeit: Mensch und Möglichkeit
Von Ernst Bloch

Blochsche Dimensionen des heutigen Naturbegriffs
Von Rainer E. Zimmermann

„Geburt der Utopie aus dem Geist der Destruktion“. Anmerkungen zu allegorischen Strukturen in der Geschichtsphilosophie Blochs und Benjamins
Von Werner Letschka

The Infinite Vacuum in Existence: Ernst Bloch’s Theory of the Subject and Viktor Frankl’s Logotherapy
By Colin M. Harper

Dreams of a better life: Zum Exil Ernst Blochs in den USA
Von Jan Robert Bloch

Philosophie ins Bild gesetzt oder Vom ethischen Moment der Frage: Was bedeutet es, wenn sich Schüler via Fernsehmachen mit Ernst Bloch beschäftigen?
Von Karl Ludwig Kemen

Die Nachlässe Ernst und Karola Blochs
Von Karlheinz Weigand

Bibliographie Karola Bloch, Teil 2
Zusammengestellt von Welf Schröter

Bibliographische Mitteilungen aus dem Ernst-Bloch-Archiv Ludwigshafen, Teil 14. 8. Nachtrag zur Sekundärliteratur-Bibliographie (Aufsätze)
Zusammengestellt von Karlheinz Weigand

Autoren

 

Vorwort

„Gestaltung der Wirklichkeit“ hieß ein Symposium der Universität Wien im Jahr 1965, auf dem Wirklichkeit sowohl als Gegenstand intellektueller Analyse wie als Herausforderung für den künstlerischen Entwurf diskutiert wurde. Neben Ingeborg Bachmann, Leo Gabriel, Friedrich Heer, Günther Nenning, Manès Sperber, Friedrich Torberg und anderen war auch Ernst Bloch beteiligt. Seinen Vortrag Wirklichkeit: Mensch und Möglichkeit, der damals nur an entlegener Stelle, in einer Broschüre der österreichischen Hochschülerschaft, gedruckt wurde und nicht in die Gesamtausgabe Aufnahme fand, soll der vorliegende Wiederabdruck neu zugänglich machen. Der Vortrag war eine weitere Station in der Debatte zwischen religiöser und atheistischer Hoffnung, wobei Bloch für seine Offenheit nach vorn „auch diesmal wieder berückende Bilder fand“ – wie die Kritikerin Hilde Spiel resümierte – und die jungen Zuhörer im Saal zu stürmischen Ovationen hinriß.

Die Reihe der Beiträge zur Werkinterpretation eröffnet Rainer E. Zimmermann. Er widmet sich den charakteristischen Topoi der Blochschen Theorie, vor allem in Hinblick auf die von Bloch vorgenommene Ersetzung der klassischen Prädikationskette Begriff – Urteil durch die neue von der Form Ergriff – Urteil – Begriff – Schluß. Hieraus ergeben sich Konsequenzen auch für die heutige Theoriebildung, die durch eine empirische Grundhaltung des philosophischen Ansatzes einerseits und durch eine immanente Legitimation der Ausrichtung des Philosophierens an einzelwissenschaftlichen Ergebnislagen andererseits geprägt wird. Hierbei wird letztendlich eine Depotenzierung des menschlichen Denkens zugunsten einer aktiven, selbstwirkenden Natur betrieben, mit ethischem Ausgriff, zugleich neues Licht auf das Verhältnis von Natur und Arbeit werfend. Der folgende Aufsatz von Werner Letschka befaßt sich mit den geschichtsphilosophischen Konzeptionen Ernst Blochs und Walter Benjamins aus den zwanziger und dreißiger Jahren; er vergleicht sie in ihren allegorischen Strukturen und grenzt sie ansatzweise ab gegen die spätere Blochsche Konzeption eines offenen Systems. Anschließend analysiert Colin M. Harper das von der Forschung bisher unbeachtete Verhältnis von Ernst Bloch und Viktor Frankl; trotz Differenzierungen im Detail liegt bei beiden ein gemeinsames Menschenbild zugrunde, und sie stehen in Widerspruch zur cartesianischen Tradition der Naturbeherrschung.

Einen Abschnitt der Biographie Ernst Blochs behandelt Jan Robert Bloch: die Jahre des USA-Exils sind trotz der dortigen produktiven Schaffensphase keine wechselseitige Bereicherung des Philosophen und seines Gastlandes, sondern letztlich nicht mehr als ein Überwintern bis zur Rückkehr nach Europa.

Die Medien-AG des Ludwigshafener Wilhelm-von-Humboldt-Gymnasiums hat im November 1998 den erfolgreichen Versuch unternommen, die Bloch-Woche durch Live-Sendungen zu begleiten. Karl Ludwig Kemen berichtet über dieses Projekt und nimmt es zum Anlaß grundsätzlicher Reflexionen über die Möglichkeiten, Philosophie „ins Bild zu setzen“.

Zum Abschluß drei philologisch-bibliographische Beiträge. Das Ernst-Bloch-Zentrum konnte mit Unterstützung durch die Stadtsparkasse Ludwigshafen in jüngster Zeit unvergleichliche Originaldokumente erwerben, welche künftigen Forschern und Editoren als Quellenmaterial zur Verfügung stehen werden. Karlheinz Weigand stellt den im Dezember 1998 angekauften wissenschaftlichen Nachlaß Ernst Blochs vor; er berichtet auch über die von der DFG finanzierte Erschließungsmaßnahme, mit welcher der schon früher erworbene private schriftliche Nachlaß aus der Wohnung Ernst und Karola Blochs katalogisiert und verfügbar gemacht wurde. Anschließend setzt Welf Schröter die im vorigen Jahrgang begonnene Bibliographie Karola Bloch fort, und die Bibliographischen Mitteilungen aus dem Ernst-Bloch-Archiv runden den Band ab.