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reihe nut e.V. - Band 08

Helene Götschel

Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen in Bewegung
Zur Geschichte des Kongresses Frauen in Naturwissenschaft und Technik 1977–1989

2002, 400 Seiten, br., 28,00 €
ISBN 978-3-89376-095-4 [ISBN 3-89376-095-4]

Seit über 20 Jahren ist der Kongress von Frauen in Naturwissenschaft und Technik ein kontinuierlich stattfindendes Forum für Frauen, die im naturwissenschaftlich-technischen Bereich tätig sind oder eine entsprechende Ausbildung absolvieren. Anders als traditionelle naturwissenschaftlich-technische Wissenschaftskongresse ist sein Programm nicht nur auf Fachbeiträge beschränkt, sondern bietet den Besucherinnen eine Möglichkeit, sich über ihre spezielle Arbeits- und Studiensituation auszutauschen, Frauennetzwerke und frauenspezifische Projekte zu initiieren und sich darüber hinaus reflektierend mit dem eigenen Fachgebiet auseinanderzusetzen. Sein Themenspektrum umfasst daher die feministische Kritik an Naturwissenschaft und Technik mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie die professionelle Karriereplanung von Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen. Im folgenden wird sich erweisen, dass der Kongress von Frauen in Naturwissenschaft und Technik eine zentrale Bedeutung nicht nur für die Formierung und Ausdifferenzierung einer bundesdeutschen Naturwissenschaftlerinnen- und Technikerinnenbewegung, sondern auch für die Thematisierung und Erforschung der Situation von Frauen in naturwissenschaftlichen und technischen Berufen, Ausbildungs- und Studiengängen, für die Entwicklung einer deutschsprachigen feministischen Naturwissenschaftsforschung sowie für die Gründung wichtiger Interessenvertretungen für Frauen in Naturwissenschaft und Technik besitzt.

reihe nut e.V. - Band 08
( Talheimer Verlag )

€ 28.00 (inkl. 7 % MwSt.)


Inhaltsverzeichnis 


Vorwort

Einleitung
1.1 Forschungsgegenstand und Forschungsstand
1.2 Quellenlage, Fragestellung und methodisches Vorgehen
1.3 Inhaltsübersicht

Ein erstes Treffen von Frauen in Naturwissenschaft und Technik 1977 in Aachen
2.1 Der Kontext der „neuen sozialen Bewegungen“
      2.1.1 Technikkritische und gegenkulturelle Bewegungen
      2.1.2 Ökologie und Atomkraft als Themen der   Frauenbewegung
      2.1.3 Frauenforschung an der Hochschule
2.2 Die Entstehungsgeschichte des ersten Treffens 
      2.2.1 Ein Artikel für die „Frauenzeitung“ 
      2.2.2 Die Aachener Gruppe „Feminismus und Ökologie“
      2.2.3 Vorbereitungen zum ersten Treffen
2.3 Das erste Treffen 1977 in Aachen 
      2.3.1 Vorstellungsrunde und Arbeitsgruppen 
      2.3.2 Der Wunsch nach Kontinuität 
2.4 Zusammenfassung zu Kapitel 2 

Vom Erfahrungsaustausch zum Kongreß der Fachfrauen
3.1 Entwicklung eines Kongreßkonzeptes 
      3.1.1 Bedeutung des Selbsterfahrungsansatzes 
      3.1.2 Verantwortung für die Themenwahl 
      3.1.3 Zielsetzung des Kongresses 
3.2 Aufgaben der Vorbereitungsgruppen 
      3.2.1 Organisation und Finanzierung 
      3.2.2 Programmgestaltung 
      3.2.3 Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
3.3 Ansätze zur Professionalisierung des Kongresses 
      3.3.1 Größere Kongresse und wachsende Ansprüche
      3.3.2 Inhalte zwischen Kontinuität und Wandel
      3.3.3 Radikale Kritik und Karriereförderung
3.4 Zusammenfassung zu Kapitel 3

Berufliche Selbstbehauptung
4.1 Ein erster Erfahrungsaustausch zur Berufs- und Ausbildungssituation 
      4.1.1 Ausbildungssituation im Betrieb und an der Hochschule 
      4.1.2 Berufseinstieg und Berufsalltag 
      4.1.3 Mütter in Naturwissenschaft und Technik
      4.1.4 Lesben in Naturwissenschaft und Technik 
      4.1.5 Berufliche Alternativen 
4.2 Handwerkerinnen als Kongreßteilnehmerinnen 
      4.2.1 Modellversuche für Mädchen in gewerblich-technischer Ausbildung
      4.2.2 Ein Zwischentreffen der Handwerkerinnen
      4.2.3 Das zentrale „Alibi-Frauenklo“
      4.2.4 Gutachten gegen „Arbeitsschutz“ 
      4.2.5 Die Handwerkerinnen spalten sich ab
4.3 Berufskarrieren in Naturwissenschaft und Technik
      4.3.1 Die Berufstätigengruppe
      4.3.2 Berufssoziologische Forschungen 
      4.3.3 Macht, Erfolg und Karriere 
4.4 Zusammenfassung zu Kapitel 4 

Feministische Naturwissenschaftsforschung
5.1 Erste Kritik an den Naturwissenschaften 
      5.1.1 Funktion, „Theorie und Geschichte“ von Naturwissenschaft und Technik
      5.1.2 Die „Frauennummer“ der „Wechselwirkung“
      5.1.3 Der Arbeitskreis „Feministische Kritik und Theorie“
      5.1.4 Eigene Standpunkte in der feministischen Diskussion
5.2 Fachspezifische Kritikansätze 
      5.2.1 „Unsere Räume als Spiegel unseres Selbst“
      5.2.2 Feministische Ansätze in der Biologie
      5.2.3 „Auch Mathematik wird von Menschen gemacht“  
      5.2.4 Von der „kognitiven Immunität“ der „patriarchalen Festung“ Physik 
      5.2.5 Einführungen in die feministische Kritik
5.3 Frauen und die Geschichte der Naturwissenschaft und Technik
      5.3.1 Die Frauengeschichtsgruppe
      5.3.2 Frauen in der Geschichte der Naturwissenschaften 
      5.3.3 Naturwissenschafts- und Technikgeschichte als Frauengeschichte 
5.4 Zusammenfassung zu Kapitel 5 

Berufs- und wissenschaftspolitische Positionen
6.1 Verbesserung der Arbeitsbedingungen
      6.1.1 Sexuelle Gewalt gegen Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen 
      6.1.2 Arbeitsrecht, Arbeitszeit und Rationalisierung
6.2 Neue Schlüsseltechnologien 
      6.2.1 Energie- und Umwelttechnik 
      6.2.2 Informations- und Kommunikationstechnik 
      6.2.3 Reproduktionsmedizin und Gentechnik 
6.3 Institutionalisierung von Frauenförderung und feministischer Forschung 
      6.3.1 Förderung von Frauen und Mädchen in Naturwissenschaft und Technik 
      6.3.2 Institutionalisierung feministischer Forschung
6.4 Zusammenfassung zu Kapitel 6 

Interessenvertretungen von Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen 
7.1 Frühe Diskussionen zu Interessenvertretung und Vernetzung  
7.2 Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen in herkömmlichen Organisationen
     7.2.1 Interessenvertretung in Gewerkschaften 
      7.2.2 Mitarbeit in Berufsverbänden  
7.3 Interessenvertretung in Parteien Vereine und Medien für Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen
      7.3.1 Eine feministische Organisation für Planerinnen und Architektinnen 
      7.3.2 Mit „gebündelten“ und „vereinten“ Kräften 
      7.3.3 Eine „Koryphäe“ und „FiT“ auf naturwissenschaftlich-technischem Gebiet 
7.4 Zusammenfassung zu Kapitel 7 

Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen in Bewegung – Ergebnisse und Ausblick

Anhang 
Verzeichnis der Abkürzungen 
Nachgewiesene Arbeitsgruppen auf den Kongressen 1977 bis 1989 
Quellen- und Literaturverzeichnis
A – Gespräche
B – Auditive und visuelle Medien
C – Briefe, Postkarten, Telefaxe 
D – Unveröffentlichtes Material und Literatur im Selbstverlag 
E – Kongreßdokumentationen und  programme  
F – Verlagsgebundene und leicht zugängliche Literatur 
Personenregister


Aus dem Vorwort:

„Die vorliegende Arbeit entstand als Dissertation am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Hamburg. Die Idee, eine Geschichte des autonomen Kongresses von Frauen in Naturwissenschaft und Technik zu schreiben, wuchs während meiner Beschäftigung mit Aktivistinnen der ersten deutschen Frauenbewegung. Ich fand es bedenklich, wie wenig heute über die Namen, das Engagement und die Aktionsformen der Frauen bekannt ist, die sich Ende des 19. Jahrhunderts bei der Entstehung des Bürgerlichen Gesetzbuches für die Interessen von Frauen einsetzten. Gleiches sollte mit den autonomen Aktivitäten von Naturwissenschaftlerinnen und Technikerinnen im Rahmen der neuen Frauenbewegung nicht geschehen!

Deutliche Parallelen sah ich insbesondere zu einem Frauennetzwerk, das ich während meines Physikstudiums kennen- und schätzen gelernt hatte: dem Kongress von Frauen in Naturwissenschaft und Technik. Er entstand im Kontext der neuen Frauenbewegung und wurde (bzw. wird) unabhängig von Institutionen und in ehrenamtlicher Tätigkeit organisiert. Spuren dieser Aktivitäten finden sich heute in verschiedenen Privatarchiven in Briefwechseln, Programmheften, Situngsprotokollen, Flugblättern u.ä. Materialien. Auch die Kongressdokumentationen erschienen bis in die 90er Jahre hinein lediglich im Selbstverlag. Daher war es mir ein besonderes Anliegen, diese Quellen zu sichern und mich aus einer historischen Perspektive mit den Strategien, Erfahrungen und Erfolgen der Teilnehmerinnen des Kongresses von Frauen in Naturwissenschaft und Technik auseinanderzusetzen.“