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reihe nut e.V. - Band 02reihe nut e.V. - Band 04

reihe nut e.V. - Band 03

Moniko Greif, Kira Stein (Hg.)

Ingenieurinnen
Daniela Düsentrieb oder Florence Nightingale der Technik

Mit Beiträgen von Ulrike Erb, Janitha Molvaer, Kira Stein, Karin Reiche, Helene Götschel, Moniko Greif

1996, 180 Seiten, br., 24,00 €
ISBN 978-3-89376-060-2 [ISBN 3-89376-060-1]

Ist die Ingenieurin von heute mehr eine „Daniela Düsentrieb“ oder eine „Florence Nightingale“ der Technik? Dieser eher humorvollen Frage setzen die Autorinnen harte Analysen ihrer Berufs- und Ausbildungssituation entgegen und werfen zudem einen feministisch geschärften Blick auf die Berufsbilder und die Inhalte der Ingenieurfächer. Die  Innensicht der Autorinnen – alle arbeiten in naturwissenschaftlichen/technischen Bereichen – ermöglicht zudem neue Erkenntnisse über Veränderungspotenziale, die die Richtung hin zu einer demokratisch-gestalteten Technik weisen.

reihe nut e.V. - Band 03
( Talheimer Verlag )

€ 24.00 (inkl. 7 % MwSt.)


Inhaltsverzeichnis

Die Herausgeberinnen
Einführung

Ulrike Erb
Frauenwege in der Informatik. Informatikerinnen zwischen Technikmythos und Nutzenorientierung

Janitha Molvaer, Kira Stein
Ingenieurin – warum nicht? Auszug aus einer interkulturellen Vergleichsstudie zu Berufsbild und Berufsmotivation zukünftiger Ingenieurinnen

Karin Reiche
Entwicklung der Situation von Ingenieurinnen und Ingenieurstudentinnen in den neuen Bundesländern seit der Wende

Kira Stein
Industriemanager zum Thema ‚Ingenieurinnen‘. Interviews mit zwei Ingenieuren in betrieblichen Führungspositionen

Helene Götschel
Ingenieurinnenförderung in der Bundesrepublik der 60er Jahre

Moniko Greif
Zur Geschichte des Ingenieurberufes – wo waren die Frauen. (Militär)Technik, Macht und Männlichkeit oder: Der Krieg ist der Vater aller Dinge

Moniko Greif
Ansätze feministischer Technikkritik

Die Herausgeberinnen
Zielsetzungen und Ansatzpunkte

Zu den Autorinnen


Aus der Einleitung:

„Technik dringt immer stärker in alle Bereiche unseres Lebens ein und bestimmt viele Aspekte unseres Alltags. Frauen sind von der Gestaltung von Technik jedoch weitgehend ausgeschlossen. Im Ingenieurberuf sind Frauen nach wie vor eine Minderheit. Dies gilt besonders für die sogenannten ‚harten‘ Ingenieurfächer. […] Was schreckt Frauen hierzulande davon ab, ein Ingenieurstudium zu beginnen? Warum sind bisherige Fördermaßnahmen und ‚Werbekampagnen‘ für Berufe mit bis vor kurzem glänzenden Aussichten so anhaltend erfolglos? Warum ist die Arbeitslosigkeit von Ingenieurinnen selbst in gefragten Fächern vier- (West) bis siebenmal (Ost) höher als bei ihren männlichen Kollegen? Welche ‚stark wirkenden geschlechtsspezifischen Selekionsmechanismen regeln … hier … den Zugang‘? Helfen Quoten?

Liegt es nur am mangelnden Zutrauen von Mädchen in ihre Fähigkeiten? Müssen die Defizite von Mädchen und jungen Frauen auf technischem Gebiet gezielt beseitigt werden? Ist die Koedukation in naturwissenschaftlichen Fächern der Übeltäter? Haben Frauen Angst vor der Macht? Boykottieren Frauen gar die Technik als ‚schmutziges Geschäft‘? Wollen sie einfach mit Kriegstechnik, Atomkraftwerken und Giftmüllproduktion nichts zu tun haben? Die Fragen, warum bestimmte Ingenieurberufe fast reine Männerdomänen geblieben sind, liegen eigentlich auf der Hand. Dennoch wurden die Ingenieurinnen erst ab Mitte der 80er Jahre als Forschungsobjekt von Soziologinnen ‚entdeckt‘.

Ingenieurinnen hatten sich jedoch seit Mitte der 70er Jahre zusammen mit Naturwissenschaftlerinnen selbst organisiert und begonnen, ihre eigene Situation zu analysieren. Ein Kristallisationspunkt für Diskussionen waren (und sind) die autonomen Treffen (heute Kongresse) von ‚Frauen in Naturwissenschaft und Technik‘. In der auch im Vergleich zu Naturwissenschaftlerinnen extremen Minderheitensituation und Vereinzelung waren Erfahrungsaustausch und gegenseitige Unterstützung überlebensnotwendig. Wir thematisierten die Probleme, die durch die Exotinnensituation und den starken Zuschnitt des Berufsalltags auf Männer entstehen: die mehr oder weniger offenen Diskriminierungen und ‚Härtetests‘, die Wahl, entweder als (unkompetente) Frau oder fachkompetentes Neutrum akzeptiert zu werden, und die Trennung von Frauen, die sich nicht wie wir für Technik interessierten. In keinem anderen Beruf wird eine zeitweilige Berufsunterbrechung (z.B. wegen eines Babyjahrs) so wenig toleriert. Die Gründe sind nur zum geringen Teil in der schnellen Weiterentwicklung der Technik zu suchen, sondern eher in der sehr geringen Flexibilität vieler Unternehmen. Frauen bekommen außerdem im Gegensatz zu Männern häufig keinen Vertrauensvorschuß, ihre Qualifikation wird zuerst einmal bezweifelt, sie stehen unter Beweisdruck. Diese Situation wiederholt sich übrigens beim Stellenwechsel oder auch beim Kontakt mit neuen Kunden. Wir nennen das den ‚ewigen Anfängerstatus‘ von Frauen. Die Ingenieurin muß deutlich mehr zu bieten haben als ihr männlicher Konkurrent, wenn sie beruflich aufsteigen will.“