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sammlung kritisches wissen - Band 67

Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Herbert Schmidt, Claudia Wörmann-Adam (Hg.)

„Frauen sind dazu berufen, Utopien bewohnbar zu machen“
Frauenbilder in Kunst und Literatur

Mit Beiträgen von Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Heinrich Bleicher-Nagelsmann, Christian Bunners, Renata Dampc-Jarosz, Johann Dvorák, Jost Hermand, Herbert Schmidt, Nina Nowara, Isabel Rohner, Welf Schröter, Grazyna Barbara Szewczyk, Gerhard Wagner, Olaf Walther, Claudia Wörmann-Adam

2012, 272 Seiten, 29,00 EUR
ISBN 978-3-89376-147-0

Historische und fiktive Frauengestalten aus drei Jahrhunderten werden mit ihren modernen Lebensentwürfen wieder gegenwärtig. „Frauen sind dazu berufen, Utopien bewohnbar zu machen“: Unter diesem Zitat der Schriftstellerin Ingeborg Drewitz versammelt der Band künstlerische Ideale der „neuen Frau“, erlebt und erschaut in der Literatur wie in den bildenden Künsten.

sammlung kritisches wissen - Band 67
( Talheimer Verlag )

€ 29.00 (inkl. 7 % MwSt.)


Inhaltsverzeichnis

 

Heidi Beutin, Wolfgang Beutin, Heinrich Bleicher-Nagelsmann,
Herbert Schmidt, Claudia Wörmann-Adam
Vorwort

Wolfgang Beutin
„Ich bin so frei geboren als ein Mann“. Fortschrittliche Frauenbilder in der Kunst und Dichtung – Einführung

Isabel Rohner
Ironie als Prinzip. Die Schriftstellerin, Publizistin und Polemikerin Hedwig Dohm

Grazyna Barbara Szewczyk
Das Portrait von Friederike Caroline Neuber im Roman „Die Prinzipalin“ von Angelika Mechtel

Renata Dampc-Jarosz
„Das Unmögliche bleibt Vorstellung – das Mögliche wird Entschluß“. Selbst- und Weltentwürfe von Frauen im Brief der klassisch-romantischen Zeit

Heinrich Bleicher-Nagelsmann
„… daß du so warst wie ich zu sein versuche“. Frauen im epischen Werk von Ingeborg Drewitz

Heidi Beutin
Selbstentwurf einer politischen Frau. Die „Memoiren einer Idealistin“ (1876) von Malwida von Meysenbug

Olaf Walther
„Gleichheit ist allein das feste Band der Liebe“. Lessings Minna von Barnhelm im Ensemble der Mitwirkenden

Gerhard Wagner
Provokante Musen. Der französische Surrealismus – ein kritisches Gemeinschaftswerk der Geschlechter

Nina Nowara
Das feministische Frauenbild in der Science fiction von Barbara Neuwirth

Wolfgang Beutin
Das Weib als Hexe. Karl Kraus über Tendenzen der Frauendarstellung in der Presse

Claudia Wörmann-Adam
„Wenn du mich lieben willst …“. Lateinamerikanische Autorinnen und Künstlerinnen zwischen Feminismus und Machismo

Johann Dvorák
Virginia Woolfs Frauendarstellung. Am Beispiel von „A Room of One’s Own“

Christian Bunners
Dorothee Sölle – Poetin, Prophetin, Provokateurin und ihre Deutung von Mystik als Widerstand

Welf Schröter
„Die Sehnsucht des Menschen, ein wirklicher Mensch zu werden“. Karola Bloch – Architektin, Sozialistin, Freundin

Jost Hermand
Beethovens Leonoren

Autorinnen und Autoren

 

Wer sich intensiver mit den Künsten und der Literatur auch im historischen Rückblick beschäftigt weiß, dass gesellschaftliche Veränderungen, Umbrüche und Prozesse dort ihren „Vorschein“ finden. Denn der geschichtlichen Entwicklung greifen oft die Künste vor; sie nehmen wichtige mögliche Entwicklungstendenzen vorweg. Künstler und Künstlerinnen schaffen „personale Utopien“, Entwürfe einer erneuerten Menschheit, eines neuen Menschen, der Frau und des Mannes.

Fiktive wie historische Frauen kommen zu Wort. So etwa Lessings Minna von Barnhelm oder Leonore in Beethovens „Fidelio“. Surrealistinnen wie Dorothea Tanning (1910–2012) oder Dora Maar (1907–1997) im Paris der Zwischenkriegszeit Anfang des 20. Jahrhunderts oder lateinamerikanische Künstlerinnen wie Gabriela Mistral (1889–1957) oder Gioconda Belli (*1948) zeigen eine neue, eurozentrischen Umgang mit den Zeitläuften überwindende Lyrik, Prosa und Malerei. Virginia Woolf (1882–1941) verlangt Zugang zur Welt, verlangt als ersten Schritt ein eigenes Zimmer.

Die Architektin Karola Bloch (1905–1994) fasziniert das Gestalten von Räumen, die Architektur in und für eine befreite Gesellschaft. Frauen der klassisch-romantischen Zeit wie Dorothea Schlegel (1764–1839) oder Sophie Mereau-Brentano (1770–1806) erweisen sich mit ihren Selbst- und Weltentwürfen als höchst aktuelle Gestalten heutigen Frauenlebens. Die Frauenbilder im epischen Schaffen von Ingeborg Drewitz (1923–1986) suchen ebenso wie Dorothee Sölles (1929–2003) poetisches Werk nach weiblicher Widerständigkeit, die eine in der sozialen und demokratischen Verantwortung, die andere in der Mystik, im Verhältnis von Religion und politischem Handeln.

Die Schriftstellerin und Publizistin Hedwig Dohm (1831–1919) kämpfte mit Ironie und Witz als Mittel der politischen Auseinandersetzung, die „Memoiren einer Idealistin“ der Malwilda von Meysenbug (1816–1903) zeichnen den Selbstentwurf einer politischen Frau, die in der Zeit des Vor- und Nachmärz ihresgleichen sucht. Auch das Porträt der „Neuberin“, der Theaterdirektorin und Schauspielerin Friederike Caroline Neuber (1697–1760) untersucht die Frage wie die utopischen Entwürfe der schreibenden, malenden oder dichtenden Frauen realisierbar sind und eine Wirklichkeit voraussetzen oder bilden, die von der Gesellschaft wahrgenommen und gutgeheißen wird.